Das Schreiben

… an sich gehört zu den wenigen Dingen, von denen ich wage zu behaupten „Das kann ich ganz gut“. Ich wollte schon immer etwas mit dem Schreiben anfangen. Und hier passieren viele Dinge, die ich mindestens für mitteilungswert halte.
Seit meiner Kindheit habe ich mal mehr, mal weniger, Tagebuch geschrieben. Seit meiner zweiten Geburt, der Geburt meines ersten Kindes, dem Schätzlein, schreibe ich wieder täglich. Für sie. Und jetzt natürlich auch für den Muck, mein zweites Kind. Die beiden werden das irgendwann einmal lesen (und hoffentlich wertschätzen). Meistens tippe ich nachts wie bekloppt alles ins Handy. Davon habe ich schon einen Mausarm bekommen, der mich täglich schmerzt. Aber: Alles für den Dackel, alles für den Club! Natürlich hat mich Herr Lampenhügel schon darauf hingewiesen, dass wir einen PC im Hause haben und auch ein Tablet. Ja. Aber ich schreibe immer in den wenigen freien Minuten – und die sind mal an der Kasse, mal auf dem Spielplatz, im Wartezimmer usw. PC und Tablet sind mir einfach zu umständlich groß. Also bleibt’s beim Handy. Durch das Tagebuch Schreiben schreibe ich sowieso und bin oft erstaunt über die Dinge, die man so schnell vergisst. Ich lache oft über meine Einträge, bin stolz und manchmal weine ich auch darüber.

Theorie und Realität
Als der Muck im Anmarsch war habe ich damals gedacht: ‚Aaach, ein zweites Kind – das läuft nebenher mit; klappt schon!‘ Gelernt habe ich: ‚Ein Kind ist kein Kind – zwei potenziert das Ganze hoch 10 – es ist nicht einfach nur eins mehr!‘ Zumindest, wenn sie in so kurzem Abstand von knapp 17 Monaten kommen. Zugegebenermaßen fordern mich meine beiden Kinder oft sehr und manches Mal, das räume ich ein, schaffe ich es nicht, pädagogisch wertvoll mit einer Stresssituation umzugehen. Ich mache eben auch Fehler. Aber: Meine Kinder haben eine sehr gute Basis, die auf Geborgenheit, Vertrauen, Verständnis, auf Zeit, sich gegenseitig achten, Zuhören und auf Spaß beruht. Und ein ernst gemeintes „Entschuldigung; bitte verzeihe mir“ – das akzeptieren sie auch. Die beiden wirft so schnell nichts aus der Bahn. Muttersein bedeutet für mich im Moment noch die anstrengendste Zeit zu erleben. Allerdings empfinde ich diese Zeit gleichzeitig als die kostbarste und schönste Zeit in meinem Leben und es wird ja auch täglich etwas einfacher. Wir alle wissen ja, das nichts bleibt, wie es ist. Die Muckligen sind  mein tägliches Highlight; in welcher Hinsicht auch immer. Und ich bin glücklich, Mama von zwei so tollen Menschen zu sein. Dass ich sie maßgeblich auf ihrem Wege begleiten und auch führen darf, sie mitnehme, ausbilde, eine große und schöne Aufgabe.

Selbst meine Morgenmuffelei fällt mir heute schwer, wenn mich das Schätzlein kurz vor 7 Uhr, also mitten in der Nacht, weckt und fragt: Hmmammaa…? Guten Morgen! (Pause.) Un wo gehn wir heute??

Warum also die Schreiberei?
Ich will teilen; das bringe ich den Muckligen schließlich auch täglich bei. Wir teilen Kekse, Brote, Tränen und Freude, Spielsachen und noch mehr (und stauben mindestens genauso viel ab!). Also möchte ICH auch teilen: Erfahrung und Erfahrungen, Gedankenspielereien, Zuneigung, Respekt, (Un)Sicherheit, Glück und Gram, Albernheiten, Nervenzusammenbrüche und diese bedingungslose Liebe. All das unterhält mich täglich vom Feinsten – und wenn Ihr mitlest, Euch hoffentlich auch.

Viel Spaß beim Teilhaben unserer Geschichte!