Archive für Schon wieder der Muck

…oder: Kamikaze-Joe

….dem tollen Familienportal das-elternhandbuch!

Das liebe Team behandelt das Thema Fremdbetreuung, also Krippe, KiTa und Co. und da passte unser Lebensumstand gerade richtig gut rein, denn da ich wieder arbeite, musste unser Muck fremdbetreut werden. Deshalb durfte ich also einen, meinen ersten (!) Gastbeitrag darüber schreiben, wie wir zur tollsten Tagesmutter kamen… ein emotionaler Loslassen-Prozess. Freut Euch auf einen Zweiteiler – der zweite und letzte Teil erscheint demnächst!

Kennengelernt habe ich das Portal übrigens, als die Journalistinnen Nicole und Heike von das-elternhandbuch die Blogparade „Bin ich eine Babymama?“ ins Leben gerufen hatten. Dazu wollte ich damals auch etwas schreiben – noch ganz ohne Blog. Das tat ich und sie veröffentlichten meinen Artikel auf ihrer Seite! Das war eine große Motivation für mich weiter zu schreiben  – und hier bin ich! Deshalb freut es mich sehr, dass mein erster Gastbeitrag dort erscheint.

Wühlt Euch doch mal durch Ihre Seite – man findet immer etwas interessantes, informatives und bestimmt einen Artikel zu einem Thema, das einen gerade selbst beschäftigt..!  Viel Spaß!

PS: Ach ja – könnte bitte irgendjemand von Euch unter den Beitrag ‚puh… ja, das ging mir damals ganz ähnlich‘ schreiben? Das wäre nett. Danke!

Vergänglichkeit und Zukunft

Das Schätzlein ist jetzt knappe 4 Jahre alt und der Muck gute 2. Damals, als ich die beiden gerade zu uns hingeboren hatte, habe ich gedacht, dass die Zeit als Mama von 2 Babies nie enden würde. 2 kleinste Kinder mit allem, was dazugehört: Glücksgefühle, Beschützerinstinkt, aber auch Dauergenöle und Gejammer, pausenlose Fremdbestimmtheit. Wer das nicht selbst erlebt hat, kann nicht nachvollziehen, was es bedeutet. Mit der Ankunft des Mucks geriet ich aus der Zeit. 2 Schlechtschläfer, die IMMER an mir dran sein mussten, bescherten mir bleierne Müdigkeit. IMG_8095Mein Zeitempfinden wurde sozusagen schizophren: Zum einen dachte ich immer: Oh Gott, DAS ist jetzt für immer und ewig mein Leben – außer den Kindern habe ich nichts! Zum anderen verging alles so schnell. Heute erinnere mich gerne an die alten Tanten-Sprüche zurück, die ich als Kind selbst so oft zu hören bekommen hatte: „Oh mein Gott, bist DUU groß geworden! Man erkennt Dich ja kaum wiiieder!“ Damals waren mir diese verzückten Ausrufe unangenehm und irgendwie peinlich – ich wusste auch nie, was ich dazu sagen sollte – aber: Es stimmt! Die Tanten hatten alle recht; das weiß ich heute. Weiterlesen…


Rosa war mal Jungensache-das historische ‚kleine Rot‘ für den Mann. Ein rundum-Genderumschlag.

Jungs haben Puppen? Klar haben sie. Der Muck jedenfalls hat jetzt seine eigene Dudu. Keine ausgeliehene Puppe von der großen Schwester, keine geerbte – nein. Seine Dudu! Kennengelernt hat er Dudu bei der Tagesmutter. Da darf er immer mit Dudu einschlafen und daher wollten wir ihm die Freude machen, Dudu auch ‚zu uns nach Hause zu holen‘. Zielstrebig suchte er sich im Geschäft die gleiche dunkelhäutige und mit dem rosa-weißen Leibchen bekleidete Puppe aus. Seitdem schläft er mit Dudu ein. Ein kleiner geschichtlicher Ausflug in die Farben- und Geschlechterlehre.

Puppen sind Mädchenkram, denkt man doch. Jungs dürfen eher keine haben; genau so, wie sie besser keinen Nagellack ausprobieren oder Spängchen im Haar tragen sollten, nicht wahr? Wenn der Muck mal mit ein oder zwei rosafarbenen Fingernägeln beim Bäcker aufläuft, dann entlockt das manch Unbekannten schnell mal eine Bemerkung. Wenn Abbi allerdings mit einem Bagger herumläuft, juckt das die Leute gar nicht. Es fällt also viel eher auf, wenn Jungs Sachen machen oder Klamotten tragen, die nicht den allgemein gültigen Vorstellungen eines echten Kerls entsprechen, als wenn Mädchen ‚burschikos‘ sind. Wahnsinn; was das über die Gesellschaft aus? Die Jungs werden wohl ‚verweichlicht‘ oder es wird gefragt, ‚ob es ihm denn so jut tut?‘ (Achtung, kein Einzelfall!). Aber wer schreibt eigentlich vor, dass Jungs das und das dürfen und das und das nicht – und bei Mädchen genau so?

Die Frage nach der Gendersache beschäftigt uns immer wieder, weil es von außen hereindrängt und man sich der Frage kaum entziehen kann. Ich finde es total normal, dass meine Kinder alles ausprobieren wollen. Ist doch klar, dass er auch eine rosafarbene Kette tragen will, wenn seine große Schwester so ein funkelndes Ding trägt?!
Interessant ist auch die Frage, in wieweit die Kinder von uns Eltern beeinflusst werden; bewusst und auch unbewusst. Und wer außer uns sie noch beeinflusst? Weiterlesen…


Mini and me hat zu einer schönen Blogparade aufgerufen: ‚Wunderminuten mit Dir‚. Vielleicht hat ja noch jemand Lust seine Lieblingsmomente aufzuschreiben…??

Ich mache da mit; ich habe gleich zwei Wunderminuten-Schenker. Meine Kinder sind 3,5 und fast 2 Jahre alt und es gibt viele Wunderminuten mit ihnen oder durch sie. Manche Wunderminuten entstehen aber nicht durch schöne Umstände: Es gibt Situationen, in denen ich Muster erkenne, von denen ich gar nicht wusste, dass es welche sind! Manchmal kann ich sie rein durchs Erkennen durchbrechen und es dann anders machen. Das sind auch Wundermomente für mich, weil ich durch euch, meine Kinder, wachsen kann. Es gibt auch Tage, an denen ich die Zeit mit euch nicht so sehr genießen kann, wie ich es eigentlich möchte! Weil im täglichen Tohuwabohu viel passiert oder ich angestrengt bin, oder, oder. Aber dann mache ich mir wieder klar: DAS hier, ihr zwei, ihr braucht meine Konzentration, ihr seid meine Wundermomente-Schenker, ihr seid das Wichtigste. Was also kann es schöneres geben, als ungehemmt über die eigenen Kinder zu schwärmen? Ja gar nichts…!

Erste Wundermomente mit Abbi
Meine zwei Lieblingswunderwunschkinder, das mit den Wunderminuten begann, als nackenfaltenscreening-ebba-portrait-01-02-13meine Tochter wenige Wochen alt war, noch in meinem Bauch. Da bekam ich das erste Foto von ihr, ein Profilbild von ihrem Kopf. Dieser Moment veränderte mein Leben:
Ich hatte noch nie so ein unschuldiges, vollkommenes, zartes Baby gesehen. Was ich, bisher kinderlos, nicht mal annähernd erahnen konnte, passierte in diesem Moment automatisch: Ich liebte sie sofort. Weiterlesen…


Das nächste Mal verkneife ich mir so einen Kommentar von wegen ‚Das fing jahr gut an!‘, oder besser beiße ich mir auf die Zunge, bevor ich so etwas sage. Oder noch anschaulicher: Ich ramme mir eine 45 Jahre alte Melodica in den Mund, sodass dabei ein Plastikteilchen vom Mundstück absplittert, das ab sofort zwischen meinen oberen Schneidezähnen im Zahnfleisch steckt. Als krönende Garantie für die Notaufnahme reiße ich mir dabei auch noch den Mundwinkel auf. Schlapp-labber. Das blutet wieder wie blöd und muss natürlich genäht werden.
…So geschehen heute Abend bei….wer weiß es…? Na klar, bei unserem Kamikaze-Joe, dem Muck! Das Schätzlein war gerade mein Reiter und ich ihr Tiger und der Muck kam düdelnd mit der Melodica dazu. Das Ganze dauerte ca. 15 Sekunden, ich ahnte Böses, bat das Schätzlein daher zum Abstieg und drehte kurz den Kopf zu ihr um. Diesen Moment des toten Winkels nutzte das melodische Bürschlein und taperte hinter uns. Schon war es zu spät. Zu spät zum Aufpassen, zu spät, damit ihm nichts passiert. Er hat das Drama einfach gebucht. Das Schätzlein stieg von mir ab, gruschtelte sich so von mir hinunter und erwischte dabei den Muck – oder erst die Melodica? Zumindest strauchelten alle 3, das Schätzlein, der Muck und die Melodica, und das Malheur war groß. Wieder Blut überall, wieder der Muck.

Diese Mal hatten wir aber Glück im Unglück – Herr Lampenhügel war gerade schon nach Hause gekommen und so blieb mir ein weiteres Käfer-Szenario erspart. Weiterlesen…