Archive für Meilensteine

Wir wollen doch alle, dass unsere Kinder selbstsichere, sich vertrauende, eigenständige und entscheidungsfähige Menschen werden. Oder?
Warum stellen wir Erwachsenen dann häufig ihre Entscheidungen infrage oder akzeptieren sie nicht? Gilt ein KinderNEIN etwa nur dann, wenn es uns Großen passt?
Kinder sollen ihre Bedürfnisse doch äußern können und außerdem so frei sein, Angebote annehmen oder ablehnen zu dürfen – ihre Entscheidungen, egal, wie sie für den Fragenden ausfallen, sollten akzeptiert werden. Ich rede nicht davon, dass Kinder mal trotzig sind und alles inklusive der Mama doof finden, oder dass z.B. eine Kindergruppe jemanden kategorisch ausschließt; ich rede von einem NEIN auf eine gestellte Frage! Man kann Kinder natürlich nicht alles entscheiden lassen -meine würden nie wieder Zähne putzen-  aber sie haben doch ein Recht darauf, gehört zu werden.

Theesi BeitragsbildWie ich zu diesen Überlegungen kam: In kurzem Abstand habe ich zwei Erlebnisse gehabt, in denen Eltern KinderNEINs nicht gelten ließen und sie mit allen Mitteln der Kunst versuchten, das NEIN durch Überzeugungsarbeit zu einem JA hinzubiegen oder zumindest zu einem VIELLEICHT. Weiterlesen…


Nach besinnlicher Weihnachtszeit (und dem Stress davor) kommt zum Jahresende noch ein Beitrag, der schon ein paar Wochen liegt. Ein kleiner Lobgesang auf die Freuden der körperlichen Ertüchtigung! Für mich geht’s am 02.01.18 wieder los, dann bin I mim Radel da!

Bis vor kurzem hatten wir den Luxus 2 Autos zu besitzen. An meinem 17 Jahre alten Wagen war jetzt einiges kaputt gegangen und die Reparatur hätte €1.000 gekostet. Bei einem 17 Jahre alten Auto überlegt man sich das. Wir überlegen seit 5 Monaten. Da rückte plötzlich mein lang gehegter Lastenfahrrad-Traum in greifbare Nähe! Vorher hatten wir einen Fahrrad-Anhänger, der uns nie so richtig geheuer war, weil die Kinder weit hinter uns und so tief am Boden saßen.

Seit einigen Wochen haben wir jetzt unser neues Dreirad! Es hat 2 Räder vorne anstatt 2 hinten und damit ist es fast idiotensicher! Ihr kennt es vielleicht aus Holland; diese Räder mit der Holzkiste vorne dran, in die bis zu 4 Kinder passen. Besonders toll ist, dass ich während der Fahrt immer mit den Kindern reden, lachen und schimpfen kann! Weiterlesen…


Die Sommerferien sind vorbei! Aber nicht unsere ‚Sommerferien‘! Die 9- wöchige Kinderbetreuungsüberbrückungssommerzeit ist immer noch online; heute den letzten Tag! 9 Wochen (!) als berufstätiges Elternpaar: Mit einem oder 2 Kindern zu Hause, mit Schlafbesuchen der Oma, der Patentante und des Lieblingsonkels über mehrere Tage, mit Babysitterin und Tagesmutterverlängerung. Mit ‚meine anstehende Bauchnabel-OP lege ich extra da und dahin, damit ich, während ich krank geschrieben bin, den Muck die ersten Tage im Kindergarten eingewöhnen kann, damit Herr Lampenhügel die Woche drauf übernimmt‘, mit ‚Du gehst heute später zur Arbeit, damit ich morgens früher losfahren kann, damit ich mittags dann entsprechend früher wiederkomme…, usw. Tägliche Absprachen waren notwendig und aus dieser wochenlangen Hin- und Herschieberei resultiert NATÜRLICH, dass Herr Lampenhügel abends erst sehr spät Heim kommt; im Durchschnitt gegen 21:30h! Diese Art Stress kann man nur nachvollziehen, wenn man es selbst erlebt hat; wir schreddern seit Wochen haarscharf am Erschöpfungszustand vorbei. Es WAR trotzdem ein schöner Sommer, aber Gott sei Dank ist er jetzt vorbei! Heute! Heute durfte der Muck das 1. Mal im KiGa mitessen und auch dort schlafen! Und es hat geklappt! Muck, mein Muck, auch, wenn Du die ganze Eingewöhnungsphase nachts verarbeitest (bis jetzt…) und seither wieder 2-4 Mal wach wirst, auch, wenn Du allabendlich unruhig bist und uns meist bis 22:00 Uhr unterhältst… Mein Muck, jetzt hast Du es fast geschafft und wir sind stolz auf Dich! Näheres zur Eingewöhnung bald.

Das mit dem Essen und Schlafen im KiGa bedeutet für mich, dass ich in Zukunft eine Mittagspause habe! Eine Pause; 1 Std. lang! Seit einem Jahr laufe ich beständig von morgens bis spät abends im Schleuderprogramm und jetzt….! Kann ich mal… atmen! Zwischendurch. Oder einfach mal in Ruhe einkaufen; das wohl eher.

Ich erinnere mich zu gut an die lange Eingewöhnung des Mucks bei der Tagesmutter; die hatte ja ca. 5 Monate gedauert – zu lesen in 2 Teilen hier und hier bei daselternhandbuch.de. Anfänglich schien sich das im KiGa zu wiederholen, aber seit Herr Lampenhügel den Muck morgens bringt, läuft es eindeutig besser; es erspart uns dramatische Abschiedsszenen vor Ort: Nach Trauerausbrüchen mit sich weinend auf den Boden werfen, sich an uns festkrallen und allen anderen Tücken (es war schrecklich…), schaltete der Muck letzte Woche um auf ‚Chef‘ und marschiert seitdem festen Schrittes mit seiner Hunde-Brotdose in den Laden rein. Die Erzieherinnen liegen ihm aber auch zu Füßen – vielleicht ist das mit ein Grund für seinen Sinneswandel. Mir ist es fast egal warum er ohne Tränen dorthin geht, Hauptsache, er vergießt keine Tränen mehr (und leiert nicht weiter jeden Morgen gebetsmäßig ‚is will nis in den Kinnagaaten!‘ runter); das würde mein Mutterherz zum Verzweifeln bringen. Muckmanns Freundin von seiner Tagesmutter-Gang ist jetzt auch in seiner Gruppe gestartet; die Wiedersehensfreude war groß. Auch das trägt zu seiner besseren Fasson bei – denn eigentlich will er immer nur zu Hause bleiben; am liebsten bei ‚Mmaameij!‘.

Mein Gott! Bei dem Brass ist es ja gar nicht schlimm, dass mir 2 Tage vor unserem Tage-Urlaub (auch später mehr dazu) jemand ins Auto gefahren ist und nach versuchter, aber missglückter Fahrerflucht 2 Beulen und einen Lackschaden verursacht hat. Und dass gleichtzeitig mein 17 Jahre-altes, geliebtes, kleines Auto jetzt mit Kupplungsschaden den Geist aufgab und darum entweder Herr Lampenhügel oder ich autolos ist und mit dem Fahrrad unterwegs. Neues Auto? Gerne. Welches?? Und mit welchem Geld?

Ach was. Pause! ICH habe jetzt eine Pause. Ab heute. Ich kann es noch gar nicht fassen und werde vor lauter Fassungslosigkeit erst mal krank. Darf ich mir erlauben; war ich seit fast 9 Monaten nicht.

Vor ein paar Tagen, da gipfelte meine Erschöpfung darin, dass ich innerlich beschlossen haben musste, gleich nach der morgendlichen Wegbringroute der Kinder direkt wieder nach Hause fahren zu wollen anstatt zur Arbeit! Als ich den KiGa verließ bemerkte ich, dass ich Hausschuhe trug.

PAUSE, ich komme! Pausepause!

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PS: Das kann doch nicht wahr sein, der Muck entfleucht uns. Diese frühkindliche Zeit, in der alles noch neu ist, in der jede Entdeckung ein Feuerwerk ist, in der man jedes Wort das er sagt, entziffern muss, die Zeit ist vorbei. Oder wenn nicht jetzt, dann spätestens morgen. Er wird riesengroße Schritte im Kindergarten tun und übermorgen erklärt er uns die Welt.

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Zu lesen bei das-elternhandbuch:

Mein Kind geht in die Fremdbetreuung – Teil 2.
– der Muck geht jetzt zur Tagesmutter!

Wie es uns damals erging, obwohl ich noch nicht richtig bereit gewesen war ihn abzugeben, lest HIER auf dem Portal das eltern-handbuch“ . Es war ein langer Weg, aber heute gehen wir ihn sehr gerne!
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Den ersten Teil, den ich geschrieben habe, kurz bevor es losging, „Der Muck geht bald zur Tagesmutter“, könnt Ihr HIER lesen! Er ist am 28.05.2017 vom das-elternhandbuch veröffentlicht worden!

Es hat mir viel Spaß gemacht mit Nicole von das-elternhandbuch zu arbeiten – tut das doch auch mal! Sie ist immer offen für Themen!

Eure Frau Lampenhügel

 


– das fast vergessene Gefühl von Freiheit –

Abbi ist jetzt fast 4 Jahre alt und ich empfinde sie als sehr selbstständig. Sie bewegt sich mutig und frei und trägt dieses Urvertrauen in sich, dass ihr schon nichts passieren wird. Ist es auch noch nicht – nie. Also von furchtbaren Schürfwunden oder kaum ertragbaren, blauen Flecken mal abgesehen, hat sie sich noch nie ernsthaft verletzt. Sie schätzt sich und ihre Fähigkeiten gut ein und verschafft sich immer erst einen Überblick, bevor sie loslegt. Das fand ich schon immer toll an ihr. Diese Selbstständigkeit verlangt natürlich auch Loslassen von meiner Seite. Ich ‚muss‘ ihr ganz viel zutrauen und ich traue mich das auch. Ich kenne sie ja, meine Abbi.

Als ich Kind war, hatte ich massig „Auslauf“, immer in abgestecktem Gebiet – aber es war ein großes Gebiet! Wir wohnten sozusagen am Hang; hinterm Hang „nur“ Apfelplantagen, Felder, Wiesen und unbegehbares, dichtes Terrain. Ich erlebte eine kniegeschundene, ich sage immer dreckfressende Kindheit. Es war großartig! Ich war in der Natur, habe mich gemessen und habe mich gespürt! Ich hatte das Glück in diese Welt hineingeboren worden zu sein. (Über Glück und Unglück diesbezüglich hatte ich hier schon einmal geschrieben –„Das Sandmädchen“– ). Heute bin ich froh, da zu wohnen, wo wir seit knapp 3 Jahren wohnen, und unseren Kindern annähernd ähnliche Verhältnisse bieten zu können: Terrassentür auf, raus in den Garten. Keine Apfelplantagen, immerhin ein Apfelbaum. Gras, Blumen, Kräuter. Weite – zumindest nach ihrem Empfinden. Ich frage mich oft, wie Eltern das im Alltag regeln, die inmitten der Stadt wohnen und ihre Kinder wegen zu hoher Gefahr keinen Schritt alleine vor die Tür gehen lassen können. Unser halbstädtisch/-ländliches Feeling ist schon ganz gut – allerdings nicht zu vergleichen mit dem Gefühl, das da herrscht…,

wo die Einhörner wohnen.
img_7351… denn da ist das Paradies. Da gibt es Freiheit. Freiheit für die Kinder, sich ohne Aufsicht bewegen zu dürfen. Aus den Augen der Eltern. Abenteuer pur. Weiterlesen…