App in den Urlaub – Entschuldigung, wir machen hier Ferien!

18. Februar 2018 — Hinterlasse einen Kommentar


Unsere Familien-Kur.

Wir haben dem Winter ein Schnippchen geschlagen und sind im Januar ein paar Tage in die kanarische Sonne geflogen! Das Verreisen in den kalten Monaten haben wir uns angewöhnt; es tut unserem Vitamin D Haushalt zu gut. Im  November 2016 waren wir schon einmal in diesem Familien Club und hatten uns das ganze letzte Jahr auf diese Urlaubstage gefreut. Zum Einen, weil wir im letzten Sommer wegen Muckmanns Eingewöhnung im Kindergarten quasi keinen gemeinsamen Urlaub hatten, und weil wir genau wussten, was uns dort erwarten würde: Eine Kurz-Kur! Alles, nur keine lästigen Alltagsaufgaben; es ist ein Club mit gehobenem Standard, bietet also eine gewisse Komfort-Zone (aber kein Luxus!). Dieser Urlaub begann genau dann, als wir durch das Eingangstor gingen und diesen kleinen, eigenen Kosmos betraten; das wussten wir genau. Nix mit erstmal ankommen und eingewöhnen, nein: Sogar das Schätzlein erkannte alles sofort wieder…! Dort existiert eine eigene Welt, in der es kein Bargeld gibt, was sehr angenehm ist, und in der wir uns als Teil eines Ganzen fühlten. Wenn man hier z.B. etwas verliert, kann man davon ausgehen, dass es jemand findet und es an der Rezeption abgibt; man beklaut ja die eigenen Leute nicht! Zugegeben waren wir letztes Jahr schon in diesem Paradies und haben viele Vorzüge dieser Art Urlaub genossen – zu lesen hier. Und noch mehr zugegeben waren wir jetzt wieder dort, weil es für uns Eltern eine echte Erholung und Erleichterung bedeutete; vor allem mit den Kindern. Wir legen sonst viel Wert auf aktiven Erkundungs- und Erlebnis-Urlaub und sind am liebsten ganz nah im Land und bei Leuten; aber dieser Urlaub hier hat eine andere Gewichtung: Hier wollen wir uns so gut wie möglich vom fremdbestimmten Alltag erholen; MIT den Kindern. Die Rechnung ist ja ganz einfach: Umso entspanntere Eltern, umso entspanntere Kinder; wir alle profitieren davon. Das Entspannen funktioniert hier ziemlich gut. Die Hauptvorteile dieses Clubs sind nämlich das tolle Essen fast rund um die Uhr, die täglich angebotene Kinderbetreuung, die wir teilweise genutzt haben (der Muck wollte z.B. immer lieber bei uns bleiben), und das Wegfallen vom Putzen! IMG_7381

Das cluburlaubern gibt ja niemand freiwillig zu; das ist so ähnlich wie mit der Chart Show -‚Hallööchen!‘; die guckt auch keiner! (Obwohl die Quoten anderes sprechen!). Jeder Urlauber, den wir dort kennengelernt haben, gestand in ersten Gesprächen sogleich ‚Also WIR machen sonst ja keinen CLUBurlaub!‘ Irgendwie meint jeder, sich dafür entschuldigen zu müssen. Dabei ist es doch ok, wenn man das Paket sorgenfrei für ein paar Tage gebucht hat und es dann auch genießt (und es zugegebenermaßen noch besser findet, als gedacht!). Cluburlaub hat den Ruf spießig zu sein; mit aufdringlichen Animateuren usw.; das ist in dem Club, in dem wir waren, nicht so. Unsere Befürchtungen haben sich in keinster Weise bestätigt. Daher bekenne ich furchtlos Cluburlauberin geworden zu sein -also in diesem Club- andere kenne ich ja nicht! Ich, trotzdem noch Bretagne liebende, Holland verehrende und Thailand-Rucksack-Reisende. Unsere anderen Reisen will ich nicht missen, sie sind aus anderen Gründen reizvoll und toll. Aber wer mit 2 oder mehr Kleinkindern Urlaub macht und sich trotzdem ein bisschen dabei erholen will – ich weiß, das eine schließt das andere aus – der kann das besonders gut in diesem Familienclub! Da sitzen nämlich alle im gleichen Boot, sonst wären all die anderen jungen Familien mit Kleinkindern ja nicht hier! Wenn sich der geliebte Nachwuchs beim Abendessen vor Müdigkeit kaum noch auf den Kinderstühlchen halten kann, aber deshalb umso doller die Nudeln vom Teller flippt anstatt sie zu essen, dann verzweifelt man schon mal. Wenn man den angestrengten Blick allerdings mal bis zum Nachbartisch schweifen lässt und von dort ein Blumenkohlröschen in den Nacken geworfen bekommt, spätestens dann weiß man, dass man hier goldrichtig ist. Und wenn sich besagtes anderes Kind dann kurze Zeit später schreiend auf den Boden wirft, ist man nur dankbar, dass man selbst heute verschont geblieben ist. Schamgefühle sind hier fehl am Platz; die haben nur die Anfänger; die Erstreisenden.

Hier im Paradies war ich teilweise tiefenentspannt – IMG_7145.JPGdie Muckligen konnten sogar getrost ihre täglichen Friede-Freude-Sandspuren in unserer Bleibe säen; mir schnuppe. (Anmerkung: Wir verhielten uns natürlich trotzdem wie zivilisierte Menschen!). Wenn wir abends wieder heim kamen, war immer alles saubergefegt. Ich sage ja: Mein persönliches Paradies. 9 Tage Gedanken-, koch-, wisch- und besenfrei. Aber all das ist natürlich kein Schnapper. Das Geld war aber sehr gut investiert; nämlich in uns! Einen Hauch von Luxus verspürten wir, als wir z.B. an manchen Abenden kinderlos essen gehen konnten. Ganz in Ruhe essen, nur Herr Lampenhügel und ich! Diese Abende hatten wir gut geplant: Wir sind schon früh mit den Kindern zum Kinderessen gegangen, um sie dann für genau 1 Std. betreuen zu lassen. Diese Stunde war für den Muck ok; er wollte ja immer bei uns bleiben. Und wir haben diese kleine gewonnene Zweisamkeit wirklich überaus genossen.

Der Urlaub war in allen Belangen toll, weil wir durch das Wegfallen der Alltagsarbeiten viel qualitative Zeit füreinander hatten; in den unterschiedlichsten Konstellationen. Wir haben alles unternommen: Meer, Wind, Wolken und Sonne, im Sand buddeln, Kinderpool, Pool, spielen, sporteln, genießen, usw… IMG_7344-1.jpg
Dieses Mal ist uns besonders der technische Fortschritt aufgefallen, der auch hier Einzug erhielt: Es gibt jetzt eine clubeigene App! Die haben wir genutzt und waren stets informiert: Über das Sport- und Wellnessangebot, die Kinderbetreuungszeiten, wann welches Essen unter welchem Motto serviert wurde, wo das Maskottchen auftauchte, usw. Der Tagesablauf ist durch die Essenszeiten schon etwas vorgegeben. Und mit Kindern ist man ja sowieso an Rituale wie z.B. den Mittagsschlaf gebunden; aber dadurch, dass man immer eine Auswahl hatte, haben wir schnell unseren eigenen Rhythmus gefunden. Z.B. haben wir das Mittagessen sausen lassen und sind dafür ab 16 Uhr in der Snackline gewesen. Um 17:30 Uhr schon wurde ein Vorabend-Snack angeboten und ab 19:15 Uhr konnten wir zu Abend essen… Das Essen an sich war wieder hervorragend, meine Waage bestätigt mir das immer noch mit freundlichen Grüßen. Ich habe jeden Tag sehr bewusst sehr geschlemmt (ich wär‘ ja bescheuert, wenn ich darauf verzichtet hätte)! Wir haben wieder sehr angenehme und nette Menschen kennengelernt (eigentlich keine Cluburlauber natürlich!) und jedes Lampenhügel-Elternteil hatte 1x am Tag Zeit für sich: Für Sport, zum wellnessen, Sauna oder zum bräsig Kaffee trinken und auf’s Meer starren. Fantastisch. Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Ah doch: Ich will lieber wieder zurück! – wir alle wollen das.  Sicherlich verliert das Clubleben mit der Zeit seinen Reiz, aber ein paar Tage mehr hätten wir noch gut ausgehalten. Wir haben uns auch gefragt, wie es den Angestellten wohl ergeht? Irgendwann bekommt man bestimmt einen Club-Koller. Das ist ja keine ‚echte‘ Welt, und eine 6-Tage Woche ist hart; aber: Bei 26° im Winter zu arbeiten und das mit meist sehr gut gelaunten Urlaubern – es gibt schlimmeres.

Jetzt sind wieder zu Hause. Naja. Ist ja fast schon Frühling immerhin. Und der nächste Winter kommt garantiert!

Nächstes Jahr können wir diese Reise noch einmal wagen – wenn wir dann wegen der Schule an die Ferienzeiten gebunden sind, rückt dieses Paradies doch eher in den Bereich des Unbezahlbaren… Ich will aber genau unter diesen Palmenwedeln wieder sitzen; dafür würde ich sogar mit einem geklauten Handtuch eine Liege reservieren (und dafür nur verständnislose Blicke ernten!).

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