Archive für 30. November 1999

Morgens am Wochenende ist es oft so, dass Herr Lampenhügel mit den beiden Muckligen als Erster aufsteht und ich noch ein paar Minuten im Bett herumlümmeln darf. Snoozen – eine meiner größten Leidenschaften. Jetzt, als dauerübermüdete Mutter sowieso. Das Schätzlein hat sich schon in ihre Punke-Lengins geschmissen und wie immer ein viel zu dünnes Oberteil ausgesucht. Herr Lampenhügel ist gerade noch damit beschäftigt, den Muck zu wickeln und anzuziehen, während unser Schätzlein schon mal in Richtung Küche wandert; nichts besonderes. Da das Frühstück natürlich noch nicht steht, sucht sie sich eine andere Beschäftigung. Das konnte sie schon immer gut – sich auch mal ein paar Minuten alleine beschäftigen. Wir haben eine Schublade in der Küche, die ausschließlich für die Bespaßung der Muckligen gedacht ist. Da sind Knete, Malsachen, Stifte, Aufkleber, Kreisel, Bücher und sonstiges drin. Im Halbschlaf höre ich Herrn Lampenhügel rufen: „Schätzlein! Die wachsen leider nicht naach!“ Da waren die Puppenhaare ab. Sie hatte offensichtlich eine Schere gefunden und Hand angelegt. „Papaa, die seehen aber nix!“ Na klar. Das hat sie von mir. Wenn ich vom Frisör komme, finde ich das Endergebnis nie gut. Bei mir muss eigentlich nicht viel geschnitten werden; es ist immer langweilig das Gleiche: Spitzen schneiden, soviel wie nötig aber bitte nicht mehr, sie sollen ja lang bleiben und am liebsten noch länger werden. Etwas Pony, nach hinten stufig – fertig. Ich komme aber immer mit einem Pisspottschnitt da raus. Und dann schneide ich mir zu Hause selbst die Haare nach, oft mit einer Nagelschere, weil hier gerade nichts anderes da ist – und hey, die Haare trocken zu schneiden ist dabei die größte Herausforderung. Natürlich geht das immer irgendwie daneben. Und nach meiner Aktion sieht es anders, aber nicht unbedingt besser aus. Ein Glück habe ich eine liebe Freundin, die des Haareschneidens mächtig ist. Sie repariert dann geduldig, was noch zu reparieren ist und sagt mir jedes Mal: „Also wenn ich Frisörin wäre und Du meine Kundin, dann würde ich Dir zu einer Verkürzung der Gesamtlänge raten!“ Ich hatte wohl an den Seiten zuviel weggeschnibbelt. Frisör-ABC, das ich nicht verstehe, aber bewundere.

Also. Abbis Puppen sind jetzt auch frisiert. Ich bin mal gespannt, wann Muckens schöne Locken dran glauben müssen! Oder ihre eigene Haarpracht…


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Es war Ömchentag und nachmittags hatten wir vor, mit den beiden Muckligen eine Busfahrt zu unternehmen. Einfach so zum Spaß; weil das Schätzlein schon lange einmal wieder Bus fahren wollte. Also schlenderten wir die paar Meter bis zur nächsten Bushaltestelle rüber, noch 15 Meter und wir wären da gewesen. Und: Wie sollte es anders sein? Der Bus fuhr uns vor der Nase weg. Normalerweise hätte ich mich geärgert und irgendwas von ‚Murphys law‘ gefaselt, aber heute war ja nur die Fahrt an sich wichtig und nicht das wann und wohin. Wir hatten kein Ziel, ha, der vielfach beschriebene Weg war unser Ziel. Ein super-befreites Gefühl, …hmomm!

Wir kamen also entspanntest an der Bushaltestelle an und entdeckten im danebenliegenden Garten freilaufende oder flatternd-fliegende Tauben. Also keine Tauben wie man sie kennt; Ratten der Lüfte! Nein, das hier waren wirklich schöne Rassetauben, weiße Tauben. Mit Beinkleid, also mit Federn an und über den Füßen, richtig edel. Weiterlesen…