Mama, warum geht Papa weg?

18. Januar 2017 — Hinterlasse einen Kommentar


Wo geht er hin, Mama? Und wann kommt er wieder nach Hause..? Diese Fragen kennen sicherlich die meisten von Euch und sie beschäftigen das Schätzlein fast täglich. Unsere Antworten, warum Herr Lampenhügel zwar geht, aber abends wiederkommt, befriedigen sie nicht. Sie fragt weiter: Mama… was macht der Papa bei der Aaabeit? Sie versteht noch nicht, warum die Notwendigkeit besteht, dass er uns morgens verlässt und erst spät am Tag wiederkommt. Wie sollte sie auch? Die Arbeit – für sie ein unbekannter und unverständlicher Begriff. Nicht greifbar, was Mama und Papa ihr da erklären.

Letzte Woche brachten wir Licht in ihr Dunkel und besuchten ihn im Büro. Der Besuch stand schon länger aus und jetzt, da alle Familienmitglieder gehen können und sogar Fußbälle kicken, sie außerdem genesen waren, nutzten wir die Gelegenheit aus! Das Schätzlein sollte endlich kennen lernen, wohin ihr Papa jeden Morgen fährt, wenn er sich von uns verabschiedet.

Wir waren alle ziemlich aufgeregt. Dort angekommen holte uns Herr Lampenhügel am Auto ab und wir betraten die heiligen Hallen, seinen Wirkungsort. Für mich war es eine kleine Zeitreise, denn hier in dem Laden, da habe ich mein Handwerk gelernt, da bin ich groß geworden. Das hier war und ist mein berufliches Mutterschiff. Ich komme gerne hierher, hierher zurück, wenngleich im Moment bloß privat. Hieran habe ich fast ausschließlich gute Erinnerungen! Zuerst beschauten wir Herrn Lampenhügels Büro in der sogenannten Belle-Etage, ganz oben im 5. Stock. Von hier hat man einen wunderbar weiten Blick über… andere Bürogebäude und viel Feld dazwischen. Immerhin. Die Muckligen jedoch konnten ihren Entdeckungsdrang nicht zurückhalten und preschten direkt wieder in den Flur. Alles begucken, alles sehen, was es hier in der schieren Unendlichkeit langer Gänge gab. Das Schätzlein trabte vergnügt umher, lugte hier und da in Büros hinein und lief aufgeregt immer weiter, immer schneller. Außer Atem rief sie: „Papaaa! Du has‘ aber eine ssöne Aaabeit!“ Überall stehen Dinge herum, menschengroße Figuren, 3D-Bilder, Fotos an den Wänden oder tolle Wandtapeten… Es gibt viel zu erforschen. Der Muck fand einen güldenen Hooball (Fußball) unter einem Tisch, den er ausleihen durfte. Und dann kam schon der Konferenztisch. Laufen, kreischen, immer drumherum. Wir ließen ihrer Ausgelassenheit freien Lauf, da nicht mehr viel Betrieb im Betrieb war und der Konferenztisch wohlgemerkt unbesetzt! Die Muckligen hatten schon die nächste Beschäftigung gefunden: Sie richteten sich häuslich unter dem großen Tisch ein; ganz nach dem branchenüblichen Motto: Wenn sie hier wohnen würden, wären Sie jetzt zu Hause. Da saßen sie dann und schafften allerlei Kram herbei, Kissen, ein Deckchen, Papiere und natürlich den Goldball.

Auch für mich war es ein schöner Besuch, einige meiner damaligen Kollegen arbeiten immer noch dort und sie begrüßten mich freudig und überrascht: „Frau Laaaaaaampenhügel!!!“ – das war wirklich schön; ist es immer, wenn ich dorthin komme. „Oh wow, die 2 Kinder stehen Dir aber gut!“ Oh woow, danke! (wäre ja auch schlimm, wenn nicht, oder? ;-)).

Ein persönliches Highlight war das Treffen mit einem meiner beiden langjährigen, liebsten Ex-Lieblingskollegen. Der werte Ex-Lieblingskollege meinerseits und werte immer-noch-Kollege-Herrn Lampenhügelseits, also wir beide konnten uns sogar mal unterhalten! Wie erfrischend das war; ein Gespräch aus der früheren Welt! Und doch war so vieles gleich geblieben. Zumindest der Humor ;-). Dieses Gespräch war übrigens nur möglich, weil Herr Lampenhügel die Komplettaufsicht unserer krakeelenden Brut übernahm; gar kein leicht Ding! Während ich also klönend da stand und nur am Rande mitbekam „Mama, is muss ein‘ Kaaaack machen!“ oder Pllock!…“Aaaauiiii!“, behielt Herr Lampenhügel die beiden im Auge und machte sich Sorgen, ob sie wohl als nächstes in das Büro des Geschäftsführers rennen würden? Die Muckligen rannten und rannten jetzt nämlich wie wahnsinnig um den Mittelblock der Küche herum… Hach, es war schön. Für mich, hihi. Aber das ist schon ein Phänomen: Immer, wenn es etwas zum drumherumlaufen gibt, dann laufen die Muckligen auch runddrumherum! Sei es die Säule in der Kinderarztpraxis, eine Biergarnitur in einem Garten, besagter Küchenblock… es GIBT eine Faszination am Rundlauf – wir Großen rasen ja auch noch gerne um die Tischtennisplatte…!

Aber zurück zum Thema: Ich bin gerade sehr damit beschäftigt, mir einen Job zu suchen – nach 3,5 Babyjahren ist es jetzt an der Zeit. Die Sonntagsbrötchen sollen ja bitte auch weiterhin auf meinem Brettchen liegen… Daher war dieser Besuch für mich auch in dieser Hinsicht wertvoll – wieder ein bisschen Berufsluft schnuppern. In den Babyjahren habe ich das Arbeiten wenig vermisst; ich war ganz glücklich und ausgefüllt; bin es noch. Diesen Schalter wieder umzulegen, mich wieder als arbeitendes Wesen zu integrieren, fällt mir nicht leicht. Aber die leckeren Brötchen…! -und sicher tut es mir gut, wieder ein paar Stunden am Tag etwas anderes zu machen! Ich werd‘ schon was schönes finden. Als 2-fach Mutter mit Kleinkindern reißen sich die Arbeitgeber sicher um mich…?

Dann war die Zeit schon wieder rum – Herr Lampenhügel bat das Schätzlein, sich von unserem Kollegen zu verabschieden. Es würde bald dunkel und somit Abend; wir müssten gleich nach Hause fahren. Die Verabschiedung war unübertrefflich: Als das Schätzlein in der nächsten Lauf-um-den-Küchenblock-herum-Runde wieder an uns vorbeikam, grüßte sie wie ihr aufgetragen; strahlend: „Gute Naaacht, Kackaaa!“ Es kam aus ihrem Innersten; aufgekratzt, aber nett gemeint! Diese Verabschiedung überraschte sogar den schlagfertigen Lieblingskollegen, der meistens selbst die besten Scherze auf Lager hat…

Auf der Heimfahrt war sie selig, wusste sie doch endlich, wo Papa tagsüber ist und dass er es gut hat bei der Aabeit. Sie bemerkte dann, dass das Beste an dem Besuch der Lieblingskollege gewesen sei. Na wenn das mal kein Lob ist! Sie ist ja sonst eher unser Grantelgänschen.

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