Mein lieber Herr Gesangsverein – mit uns hat es sich erstmal ausgesungen. (Oder: Auch Zwischentöne kann man hören!)

8. August 2017 — 3 Kommentare


Kann es etwas schöneres geben, als seine Kinder beim Lernen und Erfahren zu begleiten und zu sehen, wie sie mit ungebremster Neugier alles aufsaugen…? Lachen, Jauchzen Klatschen… Ungefilterte Emotionen, die schönste Rückmeldung, die man sich wünschen kann; auch für eine Kursleiterin eines Kleinkindkurses, sollte man meinen. Was aber, wenn die Lehrende an diesen begeisterten Kindern scheinbar wenig Freude empfindet und recht verhalten, ja sogar teilweise lieblos ‚das Programm durchzieht‘?

Wir haben unseren Singkurs gekündigt; zum 2.Mal. Warum…? Darum…:

Unser Singstart bei der besten Manju
Wir gehen schon ewig zum Singen; weil Abbi bereits gesungen hat bevor sie sprechen konnte und weil uns allen Musik so sehr gefällt. Im Kurs werden Fingerspiele gemacht, kleine Instrumente ausprobiert, gesungen und zu Musik getanzt.
Angefangen haben wir im Domstädtelein bei der tollsten Kursleiterin Manju! Ihre lebensbejahende Ausstrahlung, die Liebe zum Leben, zu Kindern und zu sich selbst schwappte auf uns über. Manju ist mehr als eine Kursleiterin, sie verkörpert ein positives Lebensgefühl! (An alle, die sie noch nicht kennen: Ihr MÜSST mit Euren Kindern zu ihr gehen! Egal, in welchen Kurs – sie sind alle toll: jumanjukinder.de

Die neue Kursleiterin im Nachbarstädtelein
Dann sind wir umgezogen – über den chaotischen Umzug hatte ich HIER schon einmal geschrieben. Der Weg und das Ziel Manju erschienen mir damals mit Kleinkind und Baby unüberwindbar; daher wechselten wir zur hiesigen Musikschule. Die Kursleiterin hier war natürlich anders und nach Manju kommt erst mal kilometerweit nichts, aber „die Neue“ hier spielt toll Klavier; und das war doch etwas! Recht schnell fiel mir aber auf, dass die Ansprache der Kursleiterin an die Kinder nicht gut war. Sie war oft leicht kühl, ja distanziert und reagierte immer mal wieder etwas genervt, wenn ein Kleinkind eine Rassel nicht sofort zurückgeben oder nicht im Kreis mitsingen wollte. Auch „Tipps“, die sie den Eltern gab, wenn ein Kind z.B. bockig war und brüllte, „doch bitte rausgehen, ja(?), damit wir hier ungestört weitermachen können!“ – waren in der Sache zwar richtig, aber der Ton war es irgendwie nicht. Ich hatte immer latent das Gefühl, dass die Kinder… eher etwas lästig für sie waren; ein annehmbares Übel (!) und ich habe mich deshalb gefragt, warum sie diesen Kleinkindkurs überhaupt leitet?? Wo sie so offensichtlich keinen Draht zu Kindern hat…? Es gab aber auch gute Tage; SIE hatte gute Tage! Da erkannte sie bei allgemeiner Unruhe, dass jetzt das Aufstehen und zu Klaviermusik tanzen besser wäre als sitzen bleiben… und das Musikalische hatte sie auch drauf; sie spielte auswendig und sehr gut am Flügel! Aber auch das war manchmal eher ein Präsentieren ihrer Fähigkeiten, denn gemeinsames Spiel für die Kinder. Sie blieb allen gegenüber distanziert und übernahm auch keine Leitung oder – wie sage ich das…? Regelführung (?) des Kurses – dafür waren ausschließlich die Eltern zuständig (und sie komplett aus der Verantwortung). Eigentlich enthauptete sie sich wöchentlich ihrer Autorität als Kursleiterin.

Ich kann viele kleine Beispiele nennen, die für sich alleine stehend vielleicht nichtig sind, zu klein, um sie zu erwähnen, mir aber in der Kumulation ein unangenehmes Gefühl verursachen. Sie verhielt sich immer wieder mal… – unschön? So nach „alter Schule“; dabei blieb sie immer unter der Grenze; sodass man nichts gegen sie sagen konnte (aber eben auch nichts für sie). Lange Zeit war mir nicht genau klar, WAS genau mich an ihrem Verhalten störte! Jetzt weiss ich: Es ist das Ungesagte, die Zwischentöne. Das, was regelmäßig, 1-2 Mal im Monat zwischen den Zeilen mitgeschwungen war: Ich empfinde es so, dass sie eine ablehnende Haltung den Kindern gegenüber hat, die sie nie ausgesprochen hat. Diese Haltung blitzt immer mal wieder durch und die Message an die Kinder war oft negativ! Vorne herum freundlich, mit einem Lächeln gesagt „jetzt kriegst Du aber keinen Schlegel mehr“, aber in einem Tonfall, der nicht zum Lächeln passte! Ein sehr widersprüchliches Verhalten, das Kinder noch gar nicht verstehen und das sie verunsichert! ICH habe das gespürt und die Muckligen sicherlich auch (und meine Begleitungen, z.B das Ömchen, Herr Lampenhügel oder mein Bruder und die anderen Mütter im Kurs AUCH! Es ist also kein Hirngespinst meiner Fantasie!). Unsere 2 Muckligen ihrerseits haben daher auch keinerlei Bindung zu ihr aufgebaut – und das ist komisch; weil sie sehr emotional und empathisch sind und oft sagen, wen sie ganz bald unbedingt wiedersehen wollen!

Nach und nach entwickelte sich die Singstunde zu Stress, da die Muckligen recht aktiv sind und oft nicht stillsitzen wollten/konnten und somit „unangenehm auffielen“. Manchmal mehr, manchmal weniger. Dabei sind sie wirklich keine Störenfriede; sie sind Kinder und ich wollte sie für ihre (normalen) Bedürfnisse nicht tadeln! Das konnte ja alles nicht sein! Kurzerhand wendete ich mich ans Musikschulsekretariat, teilte meinen Unmut über die Kursleiterin mit und wechselte den Kurs. Man versprach, Gespräche zu führen; das Thema sei bekannt. Aha!?

Die neue Neue
Wir landeten bei der zweiten Variante, einer älteren Dame. Sie hatte eine klare und sehr persönliche Ansprache an die Kinder und der Kurs verlief schöner! Dennoch war sie – kurz vor ihrer Pensionierung stehend – mehr zart denn stark besaitet und so gingen ihr manches Mal die Nerven durch, wenn die Kinder eben machten was sie wollten und nicht machten, was sie wollte. Wir waren vom Regen in die Traufe gelandet! Daher erwarteten wir gespannt auf die Leiterin, die unseren Kurs nach ihrer Pensionierung übernehmen würde.

Das kann doch nicht war sein – es war die alte Neue – unser Fräulein Rottenmeier!
Nun gut, es war ein gutes, halbes Jahr vergangen. Ich bemerkte: Es wurden wohl wirklich Gespräche mit ihr geführt, denn sie war zugänglicher. Ich hatte sogar das Gefühl, dass sie vor allem den Muck gerne mochte. Das äußerte sich darin, dass sie ihn z.B. hin und wieder angesprochen hat. Vielleicht ging es ihr insgesamt einfach besser? Wer weiß! Wir gaben Ihr eine zweite Chance und waren erfreut über die positive Veränderung. Es machte sogar wieder richtig Spaß zum Kurs zu gehen! Ich traute dem Braten aber nicht ganz und stellte Überlegungen an: Hat sie eigene Kinder?Wahrscheinlich nicht! Wollte sie welche und es hat nicht geklappt? Vielleicht! War das der Grund für ihr Verhalten? Hm. Wichtig war mir allerdings nur, dass sie den Kindern freundlicher, echter begegnete. Skurril war dann aber direkt wieder, dass sie so tat, als kenne sie uns nicht (ich meine, wir waren 2-3 Monate bei ihr?!) Das passte aber zu dem Umstand, dass sie uns auch nicht grüßte, wenn wir sie vor der Stunde auf dem Schulhofgelände trafen. Mir persönlich macht das nichts, mich muss nicht jeder mögen; aber welche Botschaft kommt da bei den Kindern an?? Diese komische Distanz hatte sie auch beibehalten, daran haben wir uns gewöhnt. Aber Abbi als Älteste im Kurs war inzwischen unterfordert und langweilte sich; sie sprang oft auf und lief durch die Gegend! Mein Stress kam zurück und darum kündigte ich den Kurs erneut. Unsere Freizeit konnten wir schöner verbringen.

Das teilte ich der Kursleiterin persönlich mit und sie sprach, dass das bei diesen musikalischen Kindern schade sei und ob ich Abbi nicht in den weiterführenden Kurs für 4-Jährige zu ihr geben will; ohne Eltern. Mein Gefühl sagte sofort NEIN. Ich werde meine Kinder nicht unbeaufsichtigt in ihre Obhut geben! Ich will nicht, dass sie den immer mal wieder durchkommenden, negativen Schwingungen ausgesetzt sein könnten (ohne meinen Schutz)! –> Schlimm, dass ich mir solche Gedanken überhaupt mache?!? Die letzten Wochen plätscherten dahin und wenn wir große Lust hatten, gingen wir hin. Oft hatten wir keine große Lust. Musik

In der letzten Stunde kam es noch zu folgender Situation, die meine Bedenken ihr gegenüber bestätigten: Nach meinem Empfinden eine recht entspannte Stunde bisher; sie holte Tücher heraus – diese bunten, die alle Kinder so toll finden. Sie zückt also das Körbchen, die Kinder stürmen zu ihr und grabschen danach. „Ich will lila, nein, rot!, nein..“ – alle rufen aufgeregt durcheinander. Sie kriegen aber keins, sie reißt das Körbchen hoch, dreht sich weg, (als wäre sie beleidigt), schüttelt den Kopf und raunt: „Mein Gott, wiiiie lange haben wir das jetzt schon geübt?“ Plötzlich Stille, die Kinder gucken nur noch. Nur der Muck springt weiter hoch, er will unbedingt so eins haben. Sie rupft das Körbchen wieder hoch und guckt ihn nur an.

Allgemeines Schweigen. Auch in der Mutterrunde hier am Boden sitzend.

Ich platze. WAS ERLAUBT SIE SICH??! (Ich hatte DOCH recht; mein Bauchgefühl, dort wegzugehen, stimmte!) Ich poltere ziemlich energisch: Hören Sie: DAS hier, dassalleKinderdieseTücher haben wollen undesnichterwartenkönnen, DASist GANZNORMALES, KINDLICHES Verhalten! SIE haben es hier mit 2- bis 3,5-jährigen KINDERN zu tun!

Schweigen. ALlgemeines Unwohlsein macht sich breit. Ich höre meinen Puls noch nachschlagen.

Dann zupft sie nach und nach…. (bloß nicht zu schnell die Bedürfnisse der Kinder befriedigen…) ein Tuch für jedes Kind heraus und übergibt es ihnen säuberlich. Dem bravsten Kind ganz hinten zuerst, dann dem zweitbravsten und zuletzt dem Muck. Ach was, jetzt werden hier doch noch Erziehungsmaßnahmen herausgekramt?!

Dann ist die letzte Stunde vorbei; unsere garantiert letzte Stunde. Zwei Mütter anerkennen ganz leise, dass das gut war, dass endlich mal jemand was gesagt hat.
Die Leiterin stimmt wie eh und je distanziert das Abschlusslied an, informiert alle, dass der Kurs am soundsovielten wieder startet und verschwindet grußlos. (Ungeachtet dessen, dass wir ja nicht wieder kommen werden.)

Und da stehe ich jetzt mit meinem Gedankengut. Ich wollte sofort wieder ins Sekretariat gehen und mich erneut beschweren; es hatte schon geschlossen. Dann habe ich gedacht: Ach komm, es ist ja nichts dramatisches, ich lasse es. Und jetzt denke ich doch: Wenn ich nichts sage, ändert sich auch nichts; und ich finde, dass sich etwas ändern sollte! Diese Frau ist meiner Meinung nach am falschen Platz.

Was meint ihr? Sollte man das so lassen oder nicht…?

Ach so, PS: Jetzt traue ich mir wieder zu, zu Manju zu fahren. Wir freuen uns schon sehr auf das Wiedersehen mit ihr!!

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3 Antworten zu Mein lieber Herr Gesangsverein – mit uns hat es sich erstmal ausgesungen. (Oder: Auch Zwischentöne kann man hören!)

  1. 

    Ich kann dich gut verstehen. Nicht jeder ist dafür geeignet, mit einer Horde Kleinkindern zu arbeiten. Und ich frage mich ehrlich, warum sie das dann überhaupt machen.
    Durch einen solchen Lehrer wurde unserem Sohn der Spaß am Judo für immer und alle Zeiten verdorben. Und das ist wirklich sehr schade gewesen.
    LG
    Sabienes

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    • 

      Liebe Sabienes,

      das ist wirklich sehr schade für Euch! Um jemandem etwas so zu vermiesen, muss ja eine Menge geschehen… ich hoffe, er findet wieder zurück oder eine andere Sportart, die er mag! Das ist in jedem Fall einer der Gründe, warum ich diesen Kurs gekündigt habe. Alles Gute für Euch!!

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      • 

        Er hat das ganz gut überstanden, denke ich. Inzwischen ist er schon erwachsen 😉
        Aber es ist doch sehr erstaunlich, was sowas ausmachen kann, oder? Wer weiß, welche Hochbegabungen schon an einem schlechten Lehrer zerstört wurden.
        LG
        Sabienes

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