muck-gips-readyWir sitzen also endlich im Auto; 2 ganze Tage Wartezimmer und Krankenhäuser liegen hinter uns (zu lesen im Teil 1, „Muckens angebrochenes Handgelenk – die Grünholzodyssee“ ), kurz vor 20 Uhr jetzt, und der Gips ist schon wieder ab. Na das kann ja heiter werden… Als wir zu Hause ankamen, war Herr Lampenhügel zum Glück schon da und übernahm das Wiederdrumwickeln der Gipsschiene. Neues Verbandsmaterial hatten wir zufällig zu Hause! ICH war genau zu gar nichts mehr in der Lage.

Der Muck trug dann 2 Wochen tapfer seine Gipsschiene. Gut, alle paar Tage mussten wir neu wickeln und bandagieren, weil die Schiene einfach nicht hielt, aber er hat’s geschafft; ohne weitere große Verletzungen. Er hat sich ziemlich schnell an die neue Situation mit nur einem gebrauchsfähigen Arm gewöhnt.

In dieser Gips-geschienten-Zeit passierte wie schon im ersten Teil diese Artikels erwähnt, dem Sohn einer Freundin GENAU DAS GLEICHE! Grünholzfraktur. Da ich wusste, worauf man in diesem Ärztesystem achten muss, konnte ich ihr wertvolle Tipps geben; und sie sind dann schnell an den notwendigen Gips gekommen. Lest hier den Beitrag zur „Grünholzfraktur“ von der wunderbaren Frau Confuss! Weiterlesen…

Morgens am Wochenende ist es oft so, dass Herr Lampenhügel mit den beiden Muckligen als Erster aufsteht und ich noch ein paar Minuten im Bett herumlümmeln darf. Snoozen – eine meiner größten Leidenschaften. Jetzt, als dauerübermüdete Mutter sowieso. Das Schätzlein hat sich schon in ihre Punke-Lengins geschmissen und wie immer ein viel zu dünnes Oberteil ausgesucht. Herr Lampenhügel ist gerade noch damit beschäftigt, den Muck zu wickeln und anzuziehen, während unser Schätzlein schon mal in Richtung Küche wandert; nichts besonderes. Da das Frühstück natürlich noch nicht steht, sucht sie sich eine andere Beschäftigung. Das konnte sie schon immer gut – sich auch mal ein paar Minuten alleine beschäftigen. Wir haben eine Schublade in der Küche, die ausschließlich für die Bespaßung der Muckligen gedacht ist. Da sind Knete, Malsachen, Stifte, Aufkleber, Kreisel, Bücher und sonstiges drin. Im Halbschlaf höre ich Herrn Lampenhügel rufen: „Schätzlein! Die wachsen leider nicht naach!“ Da waren die Puppenhaare ab. Sie hatte offensichtlich eine Schere gefunden und Hand angelegt. „Papaa, die seehen aber nix!“ Na klar. Das hat sie von mir. Wenn ich vom Frisör komme, finde ich das Endergebnis nie gut. Bei mir muss eigentlich nicht viel geschnitten werden; es ist immer langweilig das Gleiche: Spitzen schneiden, soviel wie nötig aber bitte nicht mehr, sie sollen ja lang bleiben und am liebsten noch länger werden. Etwas Pony, nach hinten stufig – fertig. Ich komme aber immer mit einem Pisspottschnitt da raus. Und dann schneide ich mir zu Hause selbst die Haare nach, oft mit einer Nagelschere, weil hier gerade nichts anderes da ist – und hey, die Haare trocken zu schneiden ist dabei die größte Herausforderung. Natürlich geht das immer irgendwie daneben. Und nach meiner Aktion sieht es anders, aber nicht unbedingt besser aus. Ein Glück habe ich eine liebe Freundin, die des Haareschneidens mächtig ist. Sie repariert dann geduldig, was noch zu reparieren ist und sagt mir jedes Mal: „Also wenn ich Frisörin wäre und Du meine Kundin, dann würde ich Dir zu einer Verkürzung der Gesamtlänge raten!“ Ich hatte wohl an den Seiten zuviel weggeschnibbelt. Frisör-ABC, das ich nicht verstehe, aber bewundere.

Also. Abbis Puppen sind jetzt auch frisiert. Ich bin mal gespannt, wann Muckens schöne Locken dran glauben müssen! Oder ihre eigene Haarpracht…


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Es war Ömchentag und nachmittags hatten wir vor, mit den beiden Muckligen eine Busfahrt zu unternehmen. Einfach so zum Spaß; weil das Schätzlein schon lange einmal wieder Bus fahren wollte. Also schlenderten wir die paar Meter bis zur nächsten Bushaltestelle rüber, noch 15 Meter und wir wären da gewesen. Und: Wie sollte es anders sein? Der Bus fuhr uns vor der Nase weg. Normalerweise hätte ich mich geärgert und irgendwas von ‚Murphys law‘ gefaselt, aber heute war ja nur die Fahrt an sich wichtig und nicht das wann und wohin. Wir hatten kein Ziel, ha, der vielfach beschriebene Weg war unser Ziel. Ein super-befreites Gefühl, …hmomm!

Wir kamen also entspanntest an der Bushaltestelle an und entdeckten im danebenliegenden Garten freilaufende oder flatternd-fliegende Tauben. Also keine Tauben wie man sie kennt; Ratten der Lüfte! Nein, das hier waren wirklich schöne Rassetauben, weiße Tauben. Mit Beinkleid, also mit Federn an und über den Füßen, richtig edel. Weiterlesen…


Wir waren im Urlaub am holländischen Strand. Der Urlaub war sehr schön, da das Wetter unverhofft fantastisch war und wir einen noch anhaltenden Spätsommer genießen konnten. Am letzten Tag aber kam es zu einem Erlebnis, das mich ins Grübeln brachte. Über die folgende Frage hatte ich schon einige Male sinniert und jetzt war sie wieder da:

Was wäre aus mir geworden, wenn ich nicht da groß geworden wäre, wo ich groß geworden bin? Beziehungsweise, wenn mich nicht die Menschen beim Großwerden begleitet und geleitet hätten, die das getan haben? Was für ein Leben würde ich heute führen und wo? Welche Werte hätte ich?

Voraussetzungen
Meine Heimat waren: Mama, Papa und ein jüngeres Geschwisterkind. Wir lebten in einem beschaulichen Stadtrandgebiet, wo ich zwischen Apfelplantagen, Sträuchern und auf Wiesen herumtollte und Stockhütten baute. Mit meinen Freunden und all den anderen Kindern aus der Siedlung spielte ich auf dem Garagenhof Fußball oder ringsherum Verstecken und die Schule lief auch ok. Das sind ganz gute Grundvoraussetzungen für den Start ins Leben, denke ich… Weiterlesen…


Da der Muck nachts weiterhin mehrfach aufwacht und nochmal aufwacht und dann vielleicht nochmal… und uns alle mit seinem Gejaule weckt, nächtigt Herr Lampenhügel zurzeit wieder auf dem Sofa. Wir anderen drei schlafen zusammen im großen Bettelein. Zum Abschied für die Nacht gibt mir Herr Lampenhügel allabendlich einen Gutenachtkuss. Schon recht verschlafen, ist ja auch schon spät. Der Gutenachtkuss landet heute aber nicht da, wo er hin soll, sondern versehentlich auf meinem Ohr. Das piept jetzt.

Ich: Hossa, Herr Lampenhügel, Du hast mich auf’s Ohr geküsst– das piept jetzt!

Herr Lampenhügel (wie gesagt schon ziemlich verpennt): Quatsch, ich hab Dich nicht auf’s Ohr geküsst sondern auf die Wange.

Ich: (höre ja jetzt schlecht) Wie? Nee! Herr Lampenhügel, Du hast mich auf’s Ohr geküsst; bei mir piept’s jetzt! Mein Ohr fängt ja nicht einfach so an zu piepen! (Ist wirklich nicht so angenehm so ein kleiner Tinnitus.)

Er: Nein, Frau Lampenhügel, ich hab Dich nicht auf’s Ohr geküsst, ich hab Dich so geküsst! (Er demonstriert nochmal den Kuss, der jetzt tatsächlich auf meiner Wange landet).

Ich (irritiert): Sag mal…. ja, spinne ich jetzt?! Wie kannst Du denn weiter behaupten, Du hättest mich nicht auf’s Ohr geküsst?! Du HAST mein Ohr getroffen und das piiiept jetzt!

Er: Nein, habe ich nicht. Gute Nacht jetzt, meine liebste Frau Lampenhügel. Schlaf gut! (Trollt sich ins Wohnzimmer).

Ich (stehe noch da und staune ein bisschen): Aha… ?

…Offensichtlich lebt doch jeder so in seiner eigenen Welt mit seiner ganz eigenen Wahrheit.

In meiner Welt tütet’s jetzt halt noch ein Weilchen auf dem linken Ohr. Ganz plötzlich, einfach so. Wegen eines harmlosen, gutgemeinten, aber doch verwehten Gutenacht-küsschens, das versehentlich zu einem verwehten Gutenacht-Ohrenküsschen wurde. (oder bin ich jetzt doch verrückt?!)

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